Dienstag, 20. Februar 2018

Challenge: auf neuen Wegen durch 2018: Februar, erste Aufgabe.

Zur Challengeseite von Petra von Papier und Tintenwelten geht es hier.

* Allgemein:
Ist euch mal aufgefallen, dass es, egal wo man hingeht, kaum noch Leute gibt, die
weder ihr Smartphone in der Hand, noch die Ohrstöpsel zum Musik hören in den
Ohren haben? Ich habe ein Experiment gestartet und lasse nun jedes Mal, wenn
ich unterwegs bin, beides in der Tasche. Diesen Monat würde ich mich freuen,
wenn ihr es auch mal ausprobiert und mir von euren Gedanken und Erlebnissen
dazu berichtet. Beantwortet mir danach bitte folgende Fragen:
- Habt ihr euch gut gefühlt, oder eher schlechter?
- Was ist euch an anderen Menschen aufgefallen, die auch unterwegs nur
in dieser kleinen Blase zu finden sind?
- Was meint ihr, woran es liegt, dass sich die Menschen vermehrt, statt mit anderen,
nur mit sich selbst beschäftigen?

Ich bin inzwischen selbst einer dieser Menschen, die fast nur noch mit Kopfhörer unterwegs sind, und das war kein Verhalten, dass sich bei mir eingeschlichen hat, sondern eine Entscheidung, die ich irgendwann bewusst getroffen habe, aus einem ganz einfachen Grund : Ich habe keine Lust, passiv an den Gesprächen anderer Menschen teilzunehmen. Ich bin, dank meines Arbeitsweges, leider jeden Tag längere Zeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs und habe das Gefühl bekommen, dass viele Menschen ihre Gespräche dort zum Teil als eine Performance für die Mitfahrenden inszenieren. Da wird extra laut gesprochen, möglichst klug getan und statt des Gesprächspartners werden die Reaktionen im Umfeld beobachtet. Ebenso führen sich viele Leute mit Handy am Ohr auf. Das ist mir zu blöd. Im besten Fall bekomme ich die Meinung fremder Menschen aufgezwungen, die mich nicht interessiert, im schlimmsten Fall reg ich mich auf, weil derjenige irgendwelche Meinungen kundtut, die mich ärgern. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals irgendetwas mitgehört habe, auf das ich nicht hätte verzichten können ;) 
-Also, als kurze Antwort zur ersten Frage : ohne meine Kopfhörer fühle ich mich definitiv schlechter.
-Bei Leuten, die genauso unterwegs sind wie ich, fällt mir auf, dass sie mit der Abschottung oftmals nicht so gut klar kommen. Man muss sich schon bewusst machen, dass man zumindest den Hörsinn stark einschränkt bis abschaltet, und wenn man das nicht macht, verwandelt man sich schnell in einen lebenden Pingpong Ball. Im schlimmsten Fall kann das natürlich zu Unfällen führen, weil ein Auto nunmal auch dann stärker ist, wenn man es nicht gehört hat. 
-Warum ich das mache, habe ich ja oben schon erklärt. Warum andere es machen... Ich schätze, dass viele ähnliche Gründe haben wie ich. Der immer gleiche Weg zur Arbeit ist irgendwann einfach nicht mehr allzu spannend,  da kann man die Zeit auch nutzen, seine Lieblingsmusik oder ein Hörbuch, Podcast oder ähnliches zu hören, Freunden zu schreiben oder niedliche Katzenvideos zu schauen. Einfach fremde Leute anzusprechen, trauen sich nur noch die wenigsten, und meistens wollen die anderen auch eher in Ruhe gelassen werden und lassen sich kaum in irgendein Gespräch verwickeln. Ich glaube, dass das früher nicht allzu viel anders war, dass auch da schon die Menschen hauptsächlich mit denen gesprochen haben, die sie kennen, dass es aber, durch bessere Erreichbarkeit, jetzt einfach so ist, dass die Leute nicht mehr hauptsächlich in kleineren Bereichen unterwegs sind, in denen sie die meisten Leute zumindest vom Sehen kennen (Dorf, Bezirk etc.), sondern dass sie längere Wege haben und deshalb einerseits viel mehr fremde Leute treffen und sich andererseits auch mehr aussuchen können, mit wem sie in Kontakt treten, egal ob der jetzt um die Ecke wohnt oder ganz woanders. Deshalb beschäftigen sich viele eher mit sozialen Medien oder Messengern, weil sie dort Menschen erreichen können, die Ansichten oder Interessen teilen, auch wenn sie räumlich gesehen weit weg sind. Ich glaube also garnicht unbedingt, dass sich die Menschen mehr mit sich selbst beschäftigen, sondern nur auf andere Art Kontakt nach außen aufnehmen.