Donnerstag, 23. Juni 2016

Rezension: Florian Illies: 1913- Der Sommer des Jahrhunderts


Erschienen: 2012
311 Seiten

Inhalt: Das Jahr 1913 war ein Übergangsjahr, das Jahr, in dem der Hauch des Krieges schon spürbar, von den Meisten aber ignoriert und sogar geleugnet wurde. Was war wichtig in diesem Jahr? Was haben die großen Künstler getan, wie sah das Leben 1913 aus? Und wo war eigentlich die Mona Lisa?

Meine Erfahrung mit dem Buch: Florian Illies zeichnet ein Porträt des Jahres, indem er eine Menge Begegenheiten zusammenstellt: Einerseits werden wichtige Ereignisse erzählt, andererseits auch kleine, alltägliche Szenen eingebaut, zum Beispiel aus den Leben Kafkas, Kokoschkas, Picassos, Klimts und vieler vieler anderer. So ergibt sich aus vielen kleinen Absätzen ein Gesamtbild, bei dem man häufig über die Künstler, deren Werke so geläufig sind, staunen kann, man erfährt vieles, was diese Berühmtheiten viel menschlicher macht. Man lernt, was sie, ihre Kritiker und Befürworter in diesem Jahr bewegt hat und hat ein klein wenig das Gefühl, tatsächlich dabei gewesen zu sein.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, ich habe oft geschmunzelt, oft über die Verrücktheiten einiger den Kopf geschüttelt und mich gewundert, was für zufällige Begegnungen es gab, allein in diesem Jahr.
Das einzige, was mich ein wenig gestört hat, ist, dass Illies zwar mit zahllosen tollen Zitaten arbeitet, aber nicht genau angibt, wo er sie her hat -mir ist bewusst, dass es sich hier um einen Roman handelt und dass Fußnoten vermutlich ziemlich gestört hätten, aber Endnoten hätten es sicher auch getan- oder zumindest eine vollständige Bibliografie, er gibt nämlich leider nur eine Auswahl an. Trotzdem kann ich das Buch nur jedem empfehlen, der sich ein bisschen für das Weltgeschehen interessiert und dies gern in Form von unterhaltsamer Lektüre zu sich nimmt.