Donnerstag, 3. April 2014

Leseratte #4: Levi, Styron, Hornby

So, wie es das letzte Mal nur "fertig-gelesen" Einträge gab, gibt es heut nur "neu-angefangen"-Beiträge, und wiederum drei- wobei es bei dem Buch von Styron eigentlich ein wenig geschummelt ist, denn da bin ich schon zur Hälfte durch. Egal. Los gehts:





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Neu angefangen, Nr. 1:  Mario Levi- Istanbul war ein Märchen
Diesen Wälzer hab ich auf einer Lesung des Autors gekauft und, wie man sieht, mir signieren lassen :) Die Lesung war sehr gut, der Autor hat erst einen Ausschnitt auf türkisch gelesen, dann kam seine Übersetzerin dran und hat auf Deutsch wiederholt. Ich hatte erst Angst, dass das vielleicht langweilig werden würde, ich verstehe nämlich nicht das kleinste Wort türkisch, aber das war nicht so, im Gegenteil, ich fand es sehr interessant, auf die Melodie und den Klang zu lauschen. Im Anschluss hat der Autor noch auf englisch oder mit Hilfe der Übersetzerin Fragen beantwortet und dabei wurde mal wieder schnell klar, dass frustrierte Deutschlehrer bei einer Lesung von echten Autoren besser draußenbleiben. Mir, die diesen Lehrer zum Glück nie erdulden musste, war es sehr peinlich, genauso wie dem ganzen restlichen Raum, was der da von sich gegeben hat. Neid kann einen echt zerfressen *schüttel*. Zum Glück wurde es dem Autor irgendwann auch zu blöd, und er hat ihm höflich das Wort abgeschnitten.
Zurück zum Thema: Das Buch liegt jetzt schon eine ganze  Weile rum, mich hat wohl die Seitenzahl (835) etwas abgeschreckt- und natürlich das zehnseitige (!!) Personenverzeichnis, das ganz am Anfang alle Charaktere auflistet und zu jedem ein paar Sätze sagt. Eigentlich sehr angenehm, aber es sind sooo viele^^ Ich überlege noch, ob ich während des Lesens hin und wieder nachschaue, wer jetzt wer noch war, oder ob ich einfach, wie bei Zaimoglu(siehe Leseratte #3), ohne Zusammenhänge lese. Ich hab noch nicht die ersten hundert Seiten, und bisher ist diese Entscheidung noch nicht wirklich nötig. Die Sprache des Buches gefällt mir sehr gut, ich lese sehr gern Bücher, die in Ländern spielen, in denen ich noch nicht war und Kulturen beschreiben, die ich nicht kenne. Ich erwarte mir davon also interessante Einblicke und Öl in mein Reisefieber- Feuer.

Neu angefangen, Nr. 2: William Styron: Sophie´s Choice
An diesen Roman bin ich eigentlich komplett ohne Erwartungen herangegangen- es war ein eher zufälliger Kauf/Download, weil es in der Angebotsliste für ebooks bei amazon war. Offensichtlich hab ich mich da komplett von dem Titelbild verleiten lassen (wtf?), denn normalerweise lese ich keine Bücher mehr, die sich mit dem Thema Holocaust beschäftigen(weils mich runterzieht, ich gebs zu.). Dementsprechend überrascht war ich dann auch- irgendwie hab ich gedacht, das Buch wäre eher neu (falsch geraten, es ist von 1979 und bereits verfilmt), aber das kommt halt davon, wenn man nicht schaut, was man liest (das Ebook verleitet da sehr. Obwohl ich immer schon gern Bücher gekauft habe, bei denen mir das Umschlagbild gefallen hat. Man lernt so Sachen kennen, die man sonst wohl nie entdeckt hätte. Ich mach das übrigens auch bei CDs. Und hab es weit seltener bereut, als man vielleicht annehmen würde.). 
Also: Ich war überrascht, hatte was anderes erwartet, war auch über den Umfang erstaunt, in Papier wären das 575 Seiten, ich bin jetzt ungefähr bei der Hälfte, und mir gefällt es. Der Autor versteht es gut, manchmal etwas ZU gut, den Leser auf die Folter zu spannen und an Stellen der Geschichte, bei denen man besonders gern wissen würde, wie es jetzt weitergeht, plötzlich ganz wo anders hinzuspringen, in die Vergangenheit, in die Zukunft, zurück in die Gegenwart. Das treibt mich manchmal ein bissi in den Wahnsinn- und dazu an, immer weiter zu lesen, obwohl ich eigentlich schon längst schlafen wollte. Ich lese das Ganze auf Englisch und finde es interessant, wie viele deutsche, polnische und französische Sachen er einbaut. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie das Ganze weitergeht und wo die Geschichte noch hinführt.

Neu angefangen, Nr. 3: Nick Hornby, Slam
Bei Slam kann man eigentlich noch nicht wirklich sagen, dass ich es angefangen habe, bisher ist es nur heruntergeladen. Hierbei handelt es sich um das aktuelle Lesefutter für unseren Lesekreis und ich gebe offen zu: Ich wurde hier überstimmt. Ich hätte mir dieses Buch wohl niemals freiwillig ausgesucht, und hab kurz überlegt, nicht mitzulesen. Ich wurde in der Schule zu "About a boy" gezwungen und hatte den Autor damit eigentlich für mich abgehakt, da ich es ziemlich langweilig fand. Aber ich hab beschlossen, dass jeder eine zweite Chance verdient hat, aber auch, dass ich keine Lust habe, dafür 10 Euro auszugeben, also hab ich mir die englische Version runtergeladen- mit dem zweiten Grund, dass ich dann, selbst wenn das Buch nichts für mich ist, ich wenigstens ein bissi mein Englisch üben kann.