Donnerstag, 18. Dezember 2014

Freundschaft.

Freunde begleiten einen zumindest eine Zeit des Lebens, sind für einen da, wenn man sie braucht und gehen füreinander durchs Feuer, wenn es sein muss (und das ganz selbstverständlich und ohne eine Gegenleistung zu verlangen).
Manche Freunde kommen ins Leben und gehen auch bald wieder. Im Nachhinein betrachtet, hat man von diesen zwar etwas gelernt, aber man fragt sich auch, warum genau man eigentlich geglaubt hat, dass es Freunde sind. Man sieht plötzlich Eigenschaften, über die man Anfangs irgendwie hinweg gesehen hat, aber plötzlich merkt man, dass das eigentlich garnicht geht.
Manche Freunde kennt man eine lange Zeit und stellt fest, dass sie sich immer mehr in eine Richtung entwickeln, durch die sie sich von einem entfernen- oder man selbst entwickelt sich und hat das Gefühl, dass sie irgendwo stehen bleiben.
Und dann gibt es diese seltenen Freundschaften, die alles aushalten. Die jede Veränderung mit einem Grinsen hinnehmen (und von vielen weniger überrascht sind als man selbst). Von denen man auch mal länger nichts hört, aber wenn man sich dann wieder sieht, ist alles noch genau so vertraut, als hätte man sich zwei Tage vorher das letzte Mal gesehen. Mit denen jeder gemeinsame Moment ein Geschenk ist.

Ich habe nie verstanden, wie jemand zwanzig Leute um sich scharen konnte und sagen "das sind meine Freunde". Ich hab immer nur ganz wenige gebraucht. Ich habe auch hohe Ansprüche an Freundschaften, das gebe ich gern zu. Sich mit mir anzufreunden, dauert zuerst einmal sehr lang. Und ich habe schon einige Leute aus meinem Leben verbannt, wenn ich gemerkt hab, dass es nicht passt. Umso glücklicher bin ich darüber, dass ich diese kleine Gruppe aus Schulzeiten habe, die trotz all den Widrigkeiten jetzt schon sieben Jahre durchhält. Meine Mädels wohnen zur Zeit über ganz Deutschland verstreut, ich bin in Wien. Eine von ihnen war eine Zeit lang in London, eine andere in Frankreich und sogar Kanada. Manchmal schafft man es, warum auch immer, wochen- oder monatelang nicht, von einander zu hören (und schickt dann Post an eine alte Adresse, weil man mal wieder einen Umzug vergessen oder garnicht erst mitbekommen hat). Und trotzdem ist es für uns selbstverständlich, dass wir Ende des Jahres auf Biegen und Brechen versuchen, einen Termin zu finden und uns irgendwo zu treffen, zumindest einen Abend lang.
Letztes Wochenende war es wieder soweit, diesmal sind wir alle in ein verschlafenes Kaff in Bayern gereist, weil eine von uns dort zur Zeit lebt. Wir sind einige Kaffs weiter auf den Weihnachtsmarkt gegangen (das Kaff mit dem Weihnachtsmarkt heißt Treuchtlingen und ist eigentlich recht niedlich, es hat sogar ein Schlösschen):
 Den Rest des Abends haben wir bei der Freundin zu Haus verbracht und Neuigkeiten ausgetauscht. Am Sonntag Morgen mussten alle anderen schon los, also haben wir noch zusammen gefrühstückt und wie jedes Jahr gewichtelt, wobei wir die Ärmste, die wegen der Arbeit nicht kommen konnte, per Skype dazugeschaltet haben, damit wir wenigstens diese eine Stunde irgendwie alle zusammen sind.
Ich bin noch bis Montag bei der Gastgeberin geblieben und wir haben Sonntag zur "Entspannung" einen "kleinen" Spazierganz gemacht (zwei Stunden lang bergauf und bergab, insgesamt 8 Kilometer :D)


Am Montag bin ich wieder nach Haus gefahren, und das Treffen hat mir wieder einmal gezeigt, dass echte Freundschaft durch gemeinsame Erinnerungen entsteht. Und mit nichts auf der Welt aufzuwiegen ist.