Montag, 28. März 2016

Egal, wie trostlos es aussehen mag, irgendwann kommt ein neuer Frühling.

 Dies sind ein paar Fotos aus dem Januar, die ich immer vor mir her geschoben habe. Aber jetzt gerade passen sie sehr gut zur Situation, finde ich, deshalb kommen sie heute nochmal online, bevor ich hoffentlich bald bergeweise Frühlingsbilder online stellen kann :)
(Kleine Vorwarnung: Hier kommt jetzt ein vermutlich recht unzusammenhängender und durcheinandergeratener Gedankenstrom, der mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Sinn macht. Vielleicht auch doch, ich bin selbst ganz verwirrt.)

 Ich befinde mich gerade in einer Situation, in der ich viel mehr nachdenke, als ich eigentlich gern würde. Mein Freund hat einen großen Verlust zu betrauern und natürlich bin ich jetzt für ihn da, so gut ich kann. Es gibt so viel zu erledigen und zu bedenken und auch so viele Dinge, über die man sich Sorgen machen kann. Genau wie bei diesen Bildern hat man das Gefühl, es gibt zwar einen Weg, aber der ist so voller Hindernisse, dass man ihn kaum erkennt- und schon garnicht das Ende sieht.

 Es kommen so viele Dinge plötzlich hervor, an die man nie einen Gedanken verschwendet hat- vor allem, weil man es nicht wollte. Und damit einher kommen viele "Hätte ich"s und "Wäre ich nur"s und "Wenn"s und so unglaublich sinnlose Schuldgefühle, dass man als nicht ganz so nahe stehender nur ungläubig den Kopf schütteln kann. Andererseits kommen aber auch geliebte, schöne Erinnerungen, die dann umso mehr schmerzen. Und Erinnerungen, die einen Tag vorher noch mit Ärger verbunden waren und jetzt Melancholie auslösen.

 Ich wiederum hab wiederum mit anderen Dingen zu kämpfen: Ist euch mal aufgefallen, wie viele Fettnäpfchen sich in solchen Momenten nahezu magisch auftun? In manchen Situationen traue ich mich garnicht mehr so richtig, überhaupt noch was zu sagen, alles fühlt sich sowieso falsch und nicht hilfreich an und absolut überall wird man mit der Nase wieder darauf gestoßen, von dem man seit einer Stunde verzweifelt versucht hat, wenigstens mal für eine Minute abzulenken, obwohl man ganz genau weiß, dass das nicht funktioniert. Und dann fühlt man sich selbst auch noch schuldig, und dabei ist das genauso blödsinnig wie die Schuldgefühle, gegen die man ewig anargumentiert hat und... argh. Ich bräuchte dringend mal ne Mütze Schlaf.

 Da hilft nur noch tief durchatmen und versuchen, die Lichtstrahlen zu sehen. Denn die gibt es immer, und die muss man sich gönnen, und zwar ganz ohne Schuldgefühle, denn diese Lichtblicke hat man sich verdient. Und es hilft absolut niemandem, wenn man versucht, sich zu verbieten, jemals wieder fröhlich zu sein.
 Ganz im Gegenteil: Ich bin mal wieder für mich zu dem Schluss gekommen, dass das Leben viel zu kostbar ist, auch nur einen Moment zu verlieren. Eine Chance, die man gern ergreifen würde, aus Angst verstreichen zu lassen. Einen Weg nicht zu gehen, weil er zu anstrengend sein könnte und man nicht weiß, was am Ende ist.
 Und sich nichts verbieten sollte, was man wirklich möchte, nur weil andere einem sagen, dass es bequemere Wege gibt oder dass "man sowas aber nicht machen sollte" oder das "sowieso nicht klappt". Am bequemsten ist Stillstand, aber das ist dann kein Leben mehr. Nur wer weitergeht, einen kleinen Schritt nach dem anderen, weiterlernt, weitermacht, kann auch vorwärts kommen. Nur wer sich nicht zufrieden gibt, kann irgendwann seine Träume erreichen.

 Denn auch wenn mal etwas schief geht, kann man zumindest daraus lernen und sich sagen, man hat es versucht.

 Und dass man am Ende nicht feststellt, dass man eigentlich schon sein halbes Leben lang nicht mehr gelebt hat, das ist doch irgendwie das Wichtigste, glaub ich.

 Denn das Leben kann so schön sein, wenn man es lebt.

Und wenn man genau hin sieht, sieht man auch überall kleine Lichtblicke.