Donnerstag, 24. März 2016

Rezension: Rafik Schami: Sophia oder Der Anfang aller Geschichten


Erschienen: 2015
476 Seiten

Inhalt: Der Roman hat mehrere Handlungsebenen: Einerseits wird die Geschichte von der Liebe Karims zu Sophia erzählt, andererseits, wie Jahre später Sophias Sohn Salman nach jahrelangem Exil in Italien nach Damaskus zurückkehrt und dort plötzlich unter Mordverdacht gerät.

Meine Erfahrung mit dem Buch: Puh, wo soll ich anfangen? Ich habe schon sehr viele Bücher von Schami gelesen, und ich bin jedes Mal wieder verzaubert. Auch in "Sophia" ist eines der Hauptthemen die Macht der Liebe- Schami kreiert wundervolle Szenen. Genauso empfinde ich die Beschreibungen von Damaskus: Rafik Schami beschreibt die Stadt mit so einer Leidenschaft und Wortgewalt, dass man sich Stellenweise nichts mehr wünscht, als auf der Stelle in dieses Damaskus einzutauchen. Aber das ist nur die eine Seite des Romans. Die andere zeigt auf bedrückende und beängstigende Weise, wie sich Diktatur und Unterdrückung auf Menschen auswirkt- und das Exil. Mit was für Gefühlen sich ein Exilant auseinandersetzen muss und wie es für ihn ist, dann endlich wieder in die idealisierte Heimat zurückzukehren- und die Vorstellungen mit der Realität kollidieren zu sehen. Zudem war mir natürlich die ganze Zeit im Hinterkopf, dass dieses wunderschöne Damaskus, das Schami regelrecht heraufbeschwört, jetzt total zerstört ist, dass die Flüchtlinge, über die sich so viele Europäer zur Zeit glauben ein Urteil erlauben zu können, von dort kommen, aus diesem Land, das mich bei Schami zum Träumen bringt und Fernweh heraufbeschwört, und ich finde diesen Gedanken so unfassbar entsetzlich, dass ich mich ganz hilflos fühle.