Sonntag, 9. Oktober 2016

Rezension: Rafik Schami: Die Sehnsucht der Schwalbe


Erschienen: 2000
Hörbuch, gelesen von Markus Hoffmann.

Inhalt:
Auf einer Hochzeit trifft der Bruder der Braut auf den Syrer Lufti- und lässt sich die nächsten Tage viel lieber dessen Lebensgeschichte erzählen, als an den Festlichkeiten teilzunehmen. Denn Lufti erzählt ihm nicht nur von seiner Kindheit in Damaskus, sondern auch von seinem jetzigen Leben als "illegaler" Einwanderer in Deutschland.

Meine Erfahrung mit dem Hörbuch:
Rafik Schami höre und lese ich immer und immer wieder gern. Dieses Hörbuch war da keine Ausnahme ( und Markus Hoffmann leist sehr angenehm). Schami erzählt nicht nur so von dem wunderbaren Syrien, wie es einmal war, und weckt in jedem Leser/Hörer eine unglaubliche Sehnsucht und Trauer ( in mir zumindest. Und ich kann mir nicht vorstellen, wie es anderen anders ergehen sollte, da Schami so schreibt, dass man das Gefühl hat, Damaskus sogar schmecken und riechen zu können), sondern beschreibt auch die Gefühle eines "illegalen" Einwanderes, der sich in einen Ort verliebt und immer wieder zurückkehrt, obwohl er jeden Tag Angst haben muss, wieder verhaftet und abgeschoben zu werden.
Ich wünschte, dass gerade in dieser Zeit, in der Menschen zu Zahlen degradiert werden, um sie behandeln zu können, als wären sie keine Menschen, mehr Menschen sich dieses Hörbuch anhören würden, um vielleicht auf diese Art vor Augen geführt zu bekommen, dass die, die vor dem Krieg fliehen, nicht einfach "nur" Asylanten sind, sondern in erster Linie Menschen- Menschen mit einem ganzen Leben, mit Eigenarten, mit Gefühlen.