Montag, 21. September 2015

Rezension: Stephen King: Frühling und Sommer

Erschienen:1982
Hörbuch, 11 CDs

Inhalt: Die beiden Geschichten gehören eigentlich in die Sammlung "Frühling, Sommer, Herbst und Tod" von King, allerdings wurden die Hörbücher in zwei Teilen herausgebracht.
Die erste Geschichte, Frühling oder Pin Up, wird gelesen von Lutz Riedel. In der Geschichte geht es um zwei Insassen eines Gefängnisses, die sich anfreunden. Der eine ist zu zweimal lebenslänglich wegen Doppelmordes verurteilt worden, beteuert aber seine Unschuld. Der andere ist ein alter Hase des Gefängnisses und hat sich den Posten desjenigen erarbeitet, der den anderen Insassen Kleinigkeiten besorgen kann, die diese normalerweise im Gefängnis nicht bekommen. Die Geschichte handelt vom Gefängnisalltag, von den Träumen der Insassen und davon, wie beharrlich manche darin sind, diese Träume zu erreichen.
In der zweiten Geschichte, "der Musterschüler", gelesen von Oliver Rohrbeck und Till Schult, entdeckt ein Junge sein Interesse für den Zweiten Weltkrieg. Er liest alles, was damit zu tun hat, schaut sich Bilder an und ist hin und hergerissen zwischen Abscheu und wachsender Faszination. Zufällig erkennt er in einem Mann auf der Straße einen geflohenen Kriegsverbrecher, und anstatt diesen anzuzeigen, besucht er ihn, erpresst ihn und zwingt ihn, ihm von seiner Zeit als Lagerleiter eines KZs zu erzählen. Er will jede Einzelheit wissen. Die beiden entwickeln eine gegenseitige Abhängigkeit voller Misstrauen. Und merken dabei zuerst nicht, wie die gemeinsamen Abende sich langsam in ihre Psychen schleichen und dort Dinge auslösen.

Meine Erfahrung mit dem Hörbuch: Die erste Geschichte kannte ich noch nicht, sie war gut gelesen und spannend anzuhören und hat mir gut gefallen. Den "Musterschüler" hatte ich vor ca 10 Jahren schonmal gehört und die Geschichte ist mir lebhaft in Erinnerung geblieben. Ich hatte damals Alpträume, das weiß ich noch sehr gut, und dachte mir, ich höre sie mir nochmal an, vielleicht ist sie ja garnicht so schlimm... Nun ja. Doch, ist sie. Der "Musterschüler" ist in meinen Augen die bisher härteste Geschichte von King, die ich kenne. Diese beiden Geisteskranken, die aufeinander treffen und sich gegenseitig fertig machen... Wahnsinn. Erschwerend kam für mich als drei-???-Fan hinzu, dass ausgerechnet Oliver Rohrbeck den Teil der Geschichte aus Sicht des Jungen ließt... da hab ich eine so bekannte Stimme im Ohr, die ich sonst von harmlosen Detektivgeschichten kenne, und dann kommt da sowas. Urgh! Was natürlich nicht heißen soll, dass ich es nicht gut gelesen fand oder so- sondern eher etwas zu gut^^