Mittwoch, 13. April 2016

Rezension: T.C. Boyle: Hart auf hart


Erschienen: 2015
396 Seiten

Inhalt: Adam lebt zurückgezogen in der Waldhütte seiner verstorbenen Großmutter. Er eifert seinem großen Vorbild, dem Trapper John Colter nach: Er versucht, sich von allen anderen Menschen abzuschotten und allein in der Wildnis zu überleben. Bei seinen Eltern stößt er da eher auf Unverständnis. Sie, die versuchen, sich der Gesellschaft anzupassen, verschließen ihre Augen vor der sich immer weiter verschlimmernden Psychose. Sara lernt Adam kennen, als sie ihn per Anhalter mitfahren lässt. Sie ist gerade auf dem Weg, ihrem Hund aus dem Tierheim zu holen, den die Polizei mitgenommen hat, als sie sich bei einer Fahrzeugkontrolle weigerte, ihren Führerschein zu zeigen. Sie glaubt so, ihre "Souveränität" zu bewahren und bestätigt natürlich durch ihr Verhalten ihre eigenen Vorurteile gegen den Staat. Zusammen entführen Sara und Adam Saras Hund aus dem Tierheim und Sara beschließt, sich für eine Weile bei Adam zu verstecken- bis bei Adam immer mehr Sicherungen durchbrennen.

Meine Erfahrung mit dem Buch: Nach dem ersten Buch, das ich von T.C. Boyle gelesen habe, war meine Vorfreude auf noch ein buch des Autors doch eher verhalten (und ich weiß bis heut nicht, ob ich World End jetzt mochte oder nicht...). Aber da Boyle ja nun mal einer der Lieblingsautoren meines Vaters ist, wir eigentlich einen recht ähnlichen Geschmack haben und er mir dieses Buch nochmal ausdrücklich empfohlen hat, schwand dann nach einem halben Jahr doch der Widerstand und ich hab ihm nochmal eine Chance gegeben. Und tatsächlich, dieses Buch hat mir sehr gut gefallen! Und das, obwohl ich mich kaum entscheiden konnte, über welchen der beiden Hauptcharaktere ich mehr den Kopf schütteln wollte- ziemlich durchgeknallt ist das Ganze nämlich schon und durch übermäßige Sympathie sticht da auch keiner hervor. Aber das soll auch garnicht so sein, und der Roman liest sich trotzdem- oder gerade deswegen?- sehr gut und spannend.