Dienstag, 4. März 2014

Leseratte #2: Precht und Lewitscharoff



Fertig gelesen: Richard David Precht- Die Kunst, kein Egoist zu sein
Ich hab mir von dem Buch erwartet, dass es mir hilft, das menschliche Handeln ein wenig besser zu verstehen und eventuell Möglichkeiten zu finden, wie ich mich selbst austricksen kann und den eigenen Egoismus zurückzustellen.
Der erste Teil meiner Erwartungen wurde nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Precht stellt eine Menge wissenschaftlicher Erkenntnisse aus dem Bereich der Soziologie vor, alles auf wissenschaftlich ordentlicher Basis, also mit Fußnoten uns so weiter, wie es sich jemand wünscht, der selbst weiß, wie man wissenschaftlich arbeiten sollte und nicht auf in den Raum geworfene Behauptungen steht. Sehr gut also in meinen Augen. Ich habe das Gefühl, dass ich sehr viel über das menschliche Verhalten gelernt habe, Dinge bestätigt bekommen habe, die ich vorher nur geahnt habe und bei anderen ganz neue Denkanreize bekommen habe. Das Ganze ist trotzdem nicht im Geringsten langweilig oder schwierig zu lesen, sondern gut verständlich und mit einprägsamen Beispielen versehen.
Was mich zum zweiten Teil meiner Erwartungen bringt: Ich habe, seit ich das Buch angefangen habe, einige Verhaltensweisen, die Precht beschreibt und einordnet, bei mir beinahe am laufenden Band beobachtet und konnte dann meine Handlung reflektieren und mich bewusst umentscheiden, weil ich drauf aufmerksam geworden war. Sehr gut. So etwas hab ich gehofft.
Insgesamt hat mir das Buch, wie man sieht, sehr gut gefallen, und ich möchte gern noch andere Werke des Autors lesen. Das Buch beschreibt zwar schonunglos menschliche Eigenschaften, aber man merkt trotzdem, dass Precht keiner dieser Wissenschaftler ist, der irgendwo in seinem verstaubten Kämmerchen sitzt und grummelig die Menschheit verdammt. Das Buch ist durchzogen von einer optimistischen Einstellung, die sich ihrer schwierigen Umsetzung jedoch bewusst ist.

Neu angefangenSibylle Lewitscharoff- Blumenberg
Wie man sieht, hab ich endlich mal wieder mein Ebook in Gang gesetzt- auch wenn ichs schon ein wenig frech finde, dass die Ebook- Version genauso viel kostet wie die Taschenbuchausgabe.
Dieses Buch hab ich mir nicht selbst ausgesucht, sondern es ist das neue Lesefutter für unseren Lesekreis.
(Falls ihr Interesse habt: Wir lesen jeden Monat ein Buch zusammen, über das wir dann sprechen. Der Austausch findet über Librarything statt, unsere Gruppe dort heißt "Online-Lesekreis". Wir freuen uns immer über neue Leser!) Nachdem wir ein paar Monate alle zu viel zu tun hatten und pausierten, lesen wir diesen Monat endlich ein Buch, für das wir schon im November abgestimmt haben. Aus irgendeinem Grund hab ich wohl die Abstimmung verschwitzt, deshalb ist das neue Buch jetzt ein absolutes Überraschungspaket, ich weiß nur, dass es wohl irgendwas mit Philosophie zu tun hat- und da ich mich gern überraschen lasse, hab ich auch den Klappentext bewusst nicht gelesen. Ich habe als keinerlei Vorstellungen, bin aber sehr gespannt auf das Buch.