Donnerstag, 20. März 2014

Leseratte #3: Coelho, Lewitscharoff, Zaimoglu

Beim heutigen Leseratten-Post gibt es ausnahmsweise mal kein neu angefangenes, dafür aber drei fertig gelesene Bücher. Ich hatte heut beschlossen, dass es mal ein guter Zeitpunkt ist, die auf Halde liegenden Bücher abzuarbeiten.
Fertig gelesen, Nr.1: Sibylle Lewitscharoff- Blumenberg
 Das Buch für den Lesekreis (Infos siehe hier). Nachdem eine Leserin darauf aufmerksam machte, dass die Autorin gerade eine hochgradig... ähm... befremdliche (und das ist noch sehr sehr vorsichtig ausgedrückt) Rede gehalten hat, bin ich mit sehr gemischten Gefühlen ans Lesen gegangen- ich hätte mich vermutlich kategorisch geweigert, hätte ich das vor dem Buchkauf gewusst, bei solchen Leute sehe ich es nicht ein, sie finanziell zu unterstützen. Aber gut, das Buch war schon heruntergeladen und die ersten Seiten schon gelesen, außerdem wartet die Welt sicher sehnsüchtig auf eine Konklusio von mir, also bitte: Ich fand das Buch öde. Ein, zwei Kapitel fand ich ganz gut geschrieben, ziwschenzeitlich war ich genervt von der in meinen Augen unnötigen Brutalität, die aber anscheiennd fürs letzte Kapitel notwendig war, aber alles in allem hab ich das ohne größere Gefühlsregungen (und eigentlich auch ohne kleinere, wenn ich so drüber nachdenke) durchgelesen, die Hauptemotion war Langeweile.

Fertig gelesen, Nr. 2: Paulo Coelho- Die Hexe von Portobello
Coelho ist ein, wenn nicht DER erklärte Lieblingsautor von mir. Mittlerweile habe ich beinahe alle seine Werke gelsen, viele mehrfach. Bei diesem Buch war es jetzt der zweite Durchgang, und ich bin noch genauso hin und her gerissen wie beim ersten. Insgesamt hat es die Wirkung, die jedes seiner Bücher auf mich hat: Es rüttelt mich auf und wirkt gleichzeitig beruhigend, es hilft mir, wenn es mir nicht gut geht (deshalb lese ich die Bücher so oft, immer wenn es mir wirklich nicht gut geht und ich ein seelisches Aufbauprogramm brauche, greife ich wieder zu einem seiner Bücher. Und es hilft. Immer.) und ich habe es dann viel leichter, meine Gedankenkreisel zu beruhigen und mich in eine Stimmung zu versetzen, in der ich ruhiger und gelassener bin. Gerade dieses Buch von ihm ist aber nicht mein Lieblingsbuch, ich mag die Hauptperson nicht, ich mag andere der Charaktere nicht, ich kann viele Einstellungen nicht nachvollziehen. Trotzdem werd ich es wohl mal wieder lesen. Irgendwann.

Fertig gelesen, Nr. 3: Feridun Zaimoglu- hinterland
Auch dieses Buch haben wir im Lesekreis behandelt, allerdings wäre es eigentlich Lesestoff für Oktober (!) gewesen- und wenn ich nicht völlig danebenliege, bin ich die Einzige, die es überhaupt abgeschlossen hat (wenn auch mit einer kleinen Verspätung). Ich glaub, ich bin auch die Einzige von uns, die dieses Buch mag^^. Die Sache ist die: Es ist unbestreitbar schwierig. Kein Buch, das man mal so eben nebenbei für ein paar Seiten in der Bahn herausholt. Im Buchklappentext wird Adriane von Schirach zitiert, die in der Welt am Sonntag gesagt hat: "Man kann dieses Buch nicht lesen, man muss es bereisen." Eine treffendere Beschreibung kann ich mir nicht vorstellen. Ich für meinen Teil könnte nichtmal die Handlung zusammenfassen- es gibt viele Charaktere, die irgendwie miteinander verknüpft sind (und zugegeben, die langen Lesepausen machen es nicht einfacher.). Aber, und jetzt kommt das für mich Wesentliche: Die Sprache ist einfach toll. Fantastisch. Wunderbar. Märchenhaft und so ganz anders. Ich hab dieses Buch und heute die letzten Seiten nur wegen dieser wunderbaren Sprache gelesen. Jeder Satz ist perfekt, jede Formulierung anders als erwartet, jede Beschreibung treffend, aber ganz ungewohnt. Ich sags ja: Einfach wundervoll. Ich hatte das Gefühl, regelrecht in diese ganzen Bilder hineinzuversinken und wollte dann auch für Stunden nicht mehr raus (bis zu dem Zeitpunkt, ab dem es zu anstrengend wurde).
Das wird sicher nicht mein letztes Buch von Zaimoglu gewesen sein.