Donnerstag, 25. Juni 2015

Baden in St. Peter Ording.

An unserem ersten Wochenende musste ich natürlich unbedingt ans Meer.
Also fuhren wir nach St. Peter Ording.
 Wie man sieht, war das Wetter eigentlich ganz schön. Betonung auf "eigentlich" und "ganz": Der Wind war verdammt kalt! Sobald eine Wolke vor der Sonne war, fror ich. Auf dem Weg zum Strand hörte ich von meinem Vater verdächtig oft die Formulierung "Zu kalt zum Baden"- ich bin nicht ganz sicher, aber ich glaube, er wollte mir damit irgendwas sagen.
Am Strand angekommen, war die Nachricht so weit durchgesickert, dass wir beschlossen, erstmal mit dem Füßen die Temperatur vorzutesten. Arrgh! Kalt!! Ich hatte das Gefühl, dass ich das letzte Mal so kalte Füße bekommen habe, als neben mir Eisschollen schwammen. Mein Freund stieß eine Reihe so rüpelhafter Flüche aus, dass alle Meeresgötter in Hörweite vermutlich grinsend ihre Ohren zuklappten.
Wir wechselten einen Blick, Kälteschock in den Augen des anderen. Und dann taten wir natürlich das, was jeder andere auch getan hätte: Wir gingen schnurstraks zurück zum Strand, warfen unsere Klamotten ab, ignorierten das fassunglose Raunen, das durch die sich versammelnde Menge Herbstjacken- und Schalträger ging, und liefen auf direktem Weg zurück ins Wasser.
Denn beim Anblick von diesen Wellen hätte mich nur vom Schwimmen abhalten können, wenn mir beim Antesten die Zehen abgefallen wären.  Und meinem Schatz ging es anscheinend genauso.
Beweisfoto? Bitte sehr:
 Mein allererstes Mal Baden im Bikini! Ein bisschen stolz bin ich ja schon, dass ich mich das endlich getraut hab :D Das Meer war auch so gnädig, mich nicht gleich blankziehen zu lassen, obwohl es hin und wieder recht neckisch herumgezupft hat.
Die Wassertemperatur sollte angeblich in etwa 12 Grad gewesen sein- wir sind uns allerdings einig, dass da irgendetwas nicht stimmen kann, denn wir waren auf Helgoland ein weiteres Mal baden, und da war das Wasser gefühlt 10 Grad kälter, aber angeblich auch 12 Grad. Entweder die Strandverwaltung von St. Peter wollte die Leute abschrecken oder auf Helgoland wurde in einer Pfütze gemessen. Oder das Minus vergessen. Keine Ahnung. Es wurde auf jeden Fall nach einigen Minuten absolut angenehm im Wasser, wesentlich angenehmer als draußen an der Luft, denn der Wind war immernoch a...kalt.
Und ich habe mal wieder nur erstaunt festgestellt, dass es nur sehr wenige Orte gibt, an denen ich so glücklich bin, wie in den Wellen.
Wir sind dann viel zu früh wieder raus (das Wasser fühlte sich langsam warm an, die Haut war knallrot- guter Moment, um mal wieder die Vernunft einzuschalten, schließlich hatten wir noch zwei Wochen Urlaub vor uns, die wir nicht krank verbringen wollten.
Also schnell in Handtücher eingewickelt, hektisch die am Strand liegenden Sachen hochgerafft, da die Flut mal wieder schneller war als erwartet, und ein paar Meter weiter oben umgezogen.
Und dann ging es, wie es sich für St. Peter gehört, in das Restaurant "die Insel" , bzw. auf die Terasse davor, denn inzwischen schien die Sonne und es gibt nichts schöneres, als in einem Strandkorb bei Tee und Milchreis zu trocknen.
 Der Teller von meinem Schatz sah so aus:
Wenn ich das so sehe, würde ich am liebsten sofort wieder hin!