Freitag, 10. Juli 2015

Helgoland, Tag 3.

 Der letzte Tag auf Hegoland war für mich die ganze Zeit mit einem Hauch Melancholie begleitet. Ich wollte einfach nicht weg. Meinetwegen hätten wir noch bleiben können. Mindestens drei Wochen. Oder drei Monate.
Am Morgen machte ich einen Spaziergang zum Strand, während mein Schatz unsere Sachen einpackte. Ich wollte gern noch ein paar Fotos machen und noch einmal die Stille genießen.
Der Weg zum Strand war allerdings eher unentspannt. Ich ging einen Pfad entlang, den ich als Abkürzung gedacht hatte, und ich war dann auch tatsächlich schneller am Strand. Ob das am Weg lag oder an meinem Tempo, weiß ich nicht. Ich hatte auf jeden Fall Grund, schneller zu gehen, denn die in der Nähe des Pfades nistenden Möwen gaben mir zu verstehen, dass ich kein besonders gern gesehener Gast war. Keine hackte nach mir, aber eine schwebte die ganze Zeit über meinem Kopf herum und ging immer wieder in den Sturzflug. Das sah dann so aus:

 Am Strand angekommen, ließen sie mich zum Glück in Ruhe, sodass ich noch ein bissi Energie tanken konnte.
 Auf der Düne ist übrigens auch der Helgoländer Flughafen.
Dort gibt es auch ein Restaurant mit Frühstücksbuffet, bei dem wir uns verwöhnen ließen.
Danach machten wir noch einen kleinen Spaziergang zum Strand und wurden wieder von unserem persönlichen Mundräuber überfallen (dass es die gleiche Möwe wie an Tag 1 war, konnten wir an einem speziellen Fleck am Schnabel erkennen). Ich fand es ziemlich lustig, das Vieh muss auf uns gewartet haben, denn es dauerte keine halbe Minute, bis mein Schatz seinen letzten Bissen Frühstück los war.

 Natürlich landeten wir zwangsläufig wieder bei den niedlichen Viechern, und wir mussten wieder Fotos machen. Und natürlich blieben wir wieder viel länger als geplant. Die Biester sind aber auch echt schlimm. Irgendeiner macht immer irgendwas niedliches. Oder lustiges. Wie soll man sich denn da losreißen?


 Offensichtlich mögen Seehunde Morgenyoga :D

 Auf diesem Bild find ich den Kleinen ganz rechts so herrlich, dass ich ihn die ganze Zeit anquietschen könnte.
Nachdem wir uns endlich erfolgreich von der letzten Gruppe losgerissen hatten, fuhren wir zur Hauptinsel. Wir schlenderten noch ein bissi bei den Geschäften herum, kauften ein paar letzte Mitbringsel und ließen uns auf die Fähre bringen. Die Fähren können auf Helgoland nicht direkt anlegen, deshalb wird man mit kleinen Booten, den Börtebooten, zur Fähre gebracht.

Da mir auf der Hinfahrt im Restaurant der Fähre ziemlich schlecht geworden war, beschlossen wir, trotz des kalten Windes und des leichten Nieselregens, draußen zu sitzen. Mein toller Schatz organisierte uns eine warme Decke, unter die wir uns kuschelten. Einen Teil der Fahrt habe ich verschlafen, den Rest habe ich damit verbracht, den Himmel und die Wellen anzuschauen und den Seegang zu genießen (von Übelkeit keine Spur. Lag wohl wirklich an der Luft im Restaurant) und mir zu wünschen, wir könnten gleich wieder zurück fahren.

 Aber schon viel zu früh kam Büsum in Sicht.
 Wir wurden von meinen Eltern am Hafen abgeholt und bei Gosch zum Essen eingeladen. Es war superlecker, und wir hatten einen schönen Abend.


P.S.: Nein, die Postkarten in Norddeutschland sind nicht gephotoshopt, Seehunde winken wirklich ;)