Freitag, 17. Juli 2015

Unser Garten.

Wirklich witzig. Da hab ich im Urlaub einmal Fotos extra für diesen Blog gemacht, und dann vergesse ich prompt, sie zu posten.

Also, holen wir das doch mal nach. (Ihr hatten wohl geglaubt, das wären alle Posts vom Urlaub gewesen^^ Nope! Und mindestens einen weiteren hab ich noch in Planung. Wann der was wird, weiß ich allerdings nicht so genau.)

Im April habe ich ja schonmal einen Post zu unserem Garten erstellt.


Ich glaube, unser Garten ist ein gutes Beispiel für diese typische menschliche Eigenschaft, Dinge erst zu schätzen zu wissen, wenn man sie nicht mehr täglich zur Verfügung hat.
Früher, als ich noch in Norddeutschland gewohnt habe, war ich sehr selten im Garten, auch wenn ich es jeden Tag hätte tun können, zumindest theoretisch. (Das norddeutsche Wetter ist natürlich ein Gegenargument aus der Praxis. Aber dennoch, ich hätte auf jeden Fall viel viel öfter in den Garten gehen können, als ich es getan hab.)
Aus irgendeinem Grund war ich viel lieber in meinem Zimmer, wenn ich zu Hause war. Typischer Stubenhocker halt. 
 Inzwischen ist das etwas ganz anderes. Inzwischen ist der Garten mein liebster Ort in meinem alten Zuhause. Wir hatten zwei oder drei Nachmittage, an denen wir uns ausgeruht haben und ein paar Stunden dort draußen gesessen haben, und ich habe sie sehr genossen. Ich hatte das Gefühl, dort wirklich neue Energie schöpfen zu können, meinen Geist entspannen, nicht so viel nachzudenken.
 Dem Wind in dem riesigen Baum lauschen, den Vögeln beim Kreisen und beim Baden in der Vogeltränke zusehen, das Gefühl haben, mit ihnen fliegen zu können, zumindest in Gedanken.
 Erkennen, dass manche Dinge viel weniger wichtig sind, als sie in den Sorgen erschienen sind.
 Und bei anderen Dingen erkennen, dass sie viel schöner sind, als man je erwartet hätte- auch wenn sie auf den ersten Blick noch so klein und unscheinbar aussehen.
 Das ist allgemein etwas, was ich hier in der Großstadt vermisse. Obwohl Wien als eine sehr langsame, sehr ruhige Großstadt bezeichnet ist, geht mir oftmals alles zu schnell, fühlen sich meine Sinne überreizt und meine Gedanken überfordert.
 Das Gefühl, permanent etwas zu verpassen, verschwindet eigentlich erst, wenn ich am Meer bin. Oder halt in unserem Garten.
 Weil man einfach nichts verpassen kann, wenn man gerade grenzenlos glücklich ist, Ruhe spürt, sich geerdet fühlt. Dann gibt es nichts besseres, kann es nichts besseres geben.
 Dann wünscht man sich für einen Augenblick, dass die Zeit anhält und es immer so bleibt.
Und dann? Tja, dann wirft irgendein Nachbar den Rasenmäher an. Oder die Kettensäge. Oder den Häcksler. Und dann kann man das lustige Schauspiel betrachten, wie die eigene Mutter auf einmal den Blick eines durchgeknallten Psychopathen kriegt, der grad auf der Suche nach einer Axt ist. Und man kriegt einen Lachkrampf, weil man sie in Gedanken mit ebendieser in bester Shining-Manier durch den Garten rennen und "Hier kommt Jackie!" brüllen hört.
Und man weiß, dass der Moment, den man sich vorher für immer gewünscht hat, jetzt vorbei ist. Dass die Seele sich aber erinnert. Und freut sich auf alles, was da noch kommen wird.